Atlas Runa
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Beginner German Stories

Hänsel und Gretel

In einem kleinen Haus am Waldrand wohnen Hänsel und Gretel mit ihrem Vater. Die Familie ist arm. Manchmal gibt es wenig Brot auf dem Tisch. —Kinder, heute gehen wir in den Wald Holz suchen —sagt der Vater eines Morgens.

Hänsel steckt kleine Brotstücke in die Tasche. Auf dem Weg legt er sie heimlich auf den Boden. —So finden wir nach Hause —flüstert er zu Gretel.

Im Wald singen Vögel. Das Licht ist grün und weich. Die Kinder helfen dem Vater. Als sie sich umdrehen, ist der Vater weit. Die Brotstücke sind weg: Vögel haben sie gefressen. —Der Weg ist weg —sagt Gretel leise. Sie hat ein bisschen Angst, aber sie hält Hänsels Hand.

Sie laufen zwischen den Bäumen. Der Wald ist groß. Am Abend sehen sie etwas Seltsames: ein Haus aus Brot und Kuchen, mit Fenstern aus Zucker. —Ein Haus! —ruft Hänsel.

Sie brechen ein Stück Wand ab und essen. Es schmeckt süß. Da öffnet sich die Tür. Eine alte Frau lächelt. —Kommt herein, liebe Kinder. Ihr seid hungrig.

Im Haus ist es warm. Es gibt Milch und Äpfel. Die Kinder schlafen in weichen Betten. Aber am nächsten Tag ist die alte Frau nicht mehr freundlich. Sie sperrt Hänsel in einen Käfig. —Du sollst dick werden —sagt sie. Zu Gretel sagt sie: —Du sollst kochen.

Gretel hat Angst, aber sie denkt klar. Als die Frau den Ofen öffnet und prüft, ob er heiß ist, ruft Gretel: —Ich verstehe nicht. Zeig mir, wie man hineinschaut!

Die Frau beugt sich vor. Gretel schiebt mit aller Kraft — und die Frau stürzt in den Ofen. Gretel macht die Tür zu. Dann öffnet sie Hänsels Käfig. —Schnell! Nach Hause!

Sie nehmen ein paar glänzende Steine aus einer Kiste und laufen in den Wald. Diesmal folgen sie dem Rauch eines Dorfes und dem Klang einer Axt. Der Vater weint vor Freude, als er sie sieht. —Ihr seid da!

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Am Abend gibt es richtiges Brot auf dem Tisch, nicht nur Kuchen aus Angst. Hänsel und Gretel sitzen nah beieinander. Draußen rauscht der Wald. Das süße Haus ist weit weg. Und in diesem kleinen Haus am Rand des Waldes ist die Nacht endlich ruhig.

Die Sonne sinkt langsam. Auf der Straße hört man Schritte, eine Tür, einen Hund. Niemand rennt. Das Dorf hat seinen normalen Rhythmus.

Es vergehen ein paar stille Minuten. Dann ruft eine ferne Stimme einen Namen. Ein Wagen rollt über Steine. Es riecht nach Brot und nasser Erde.

—Alles gut? —fragt eine Nachbarin aus dem Fenster. —Ja —antwortet man von unten—. Nur ein langer Tag.

Im Haus ist das Lampenlicht klein und gelb. Es gibt einen Stuhl, einen Tisch, einen Krug Wasser. Jemand schenkt ein Glas ein. Jemand setzt sich. Jemand sieht einen Moment zur Tür, als warte noch ein Besuch.

Draußen wird der Himmel dunkel. Die ersten Sterne kommen. Der Wind bewegt einen Ast. Eine Katze geht ohne Eile über den Hof. Auch die Nacht hat keine Eile.

Vor dem Schlafen wiederholen sie leise, was passiert ist: der Weg, die Angst, das Lachen, die Rückkehr. Es braucht keine Rede. Es reicht, zu Hause zu sein, mit ordentlichem Tisch und geschlossenem Fenster. Morgen wacht das Dorf wieder auf, und die Geschichte bleibt im Gedächtnis wie ein Märchen am Feuer.