Die drei Ratschläge
Ein Mann verließ seine junge Frau, um weit entfernt Arbeit zu suchen. Mehrere Jahre arbeitete er bei einem reichen Herrn. Er sparte seinen ganzen Lohn, denn eines Tages wollte er mit dem Geld nach Hause zurückkehren.
Als dieser Tag kam, stellte sein Herr ihn vor eine Wahl. „Du kannst deinen Lohn nehmen“, sagte er, „oder du bekommst von mir drei wichtige Ratschläge.“
Der Mann dachte lange nach. Schließlich wählte er die Ratschläge. Der erste lautete: Verlasse einen sicheren alten Weg nicht für einen neuen Weg, nur weil dieser schöner aussieht. Der zweite war: Übernachte nicht in einem Haus, in dem ein alter Mann mit einer jungen Frau lebt, der du nicht vertrauen kannst. Der dritte lautete: Handle niemals im Zorn, bevor du die Wahrheit kennst.
Mit dieser Wahl gab der Mann scheinbar den Lohn für mehrere Jahre Arbeit auf. Trotzdem vertraute er seinem Herrn. Guter Rat konnte auf einer langen Reise wertvoller sein als Geld, auch wenn er noch nicht wusste, wann er ihn brauchen würde.
Zum Abschied gab der Herr ihm noch ein großes Brot. „Öffne es erst, wenn du zu Hause bist“, sagte er.
Der Mann begann seine Reise. Bald traf er andere Reisende. Sie nahmen einen neuen Weg durch ein schönes Tal, weil er kürzer sein sollte. Der Mann erinnerte sich an den ersten Rat und blieb auf der alten Straße. Im nächsten Dorf erfuhr er, dass Räuber im Tal auf die Gruppe gewartet hatten.
Er war nun allein, doch er bereute seine Entscheidung nicht. Der längere Weg führte ihn am Abend sicher in ein Dorf.
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Am nächsten Abend bot ihm ein alter Mann ein Zimmer an. Im Haus lebte eine junge Frau, die sich seltsam verhielt und heimlich mit einem Messer spielte. Der Reisende erinnerte sich an den zweiten Rat. Er dankte und schlief an einem anderen Ort. Am Morgen hörte er, dass ein Gast in jenem Haus getötet worden war.
Endlich erreichte er sein Dorf. Durch ein Fenster sah er seine Frau. Sie umarmte einen jungen Mann, den er nicht kannte. Wütend griff der Heimkehrer nach seinem Messer. Dann dachte er an den dritten Rat und blieb stehen.
Er klopfte an die Tür. Seine Frau weinte vor Freude. Der junge Mann war ihr Sohn. Er war kurz nach der Abreise seines Vaters geboren worden und inzwischen fast erwachsen.
Der Sohn hatte sein Leben lang von seinem Vater gehört. Nun begrüßte er ihn zum ersten Mal. Der Heimkehrer legte das Messer fort und umarmte beide.
Die Familie setzte sich zusammen an den Tisch. Nun öffnete der Mann das Brot seines früheren Herrn. Darin lag der gesamte Lohn, den er scheinbar aufgegeben hatte. So brachte er nicht nur sein Geld nach Hause. Die drei Ratschläge hatten ihn sicher durch die gefährliche Reise geführt und eine schreckliche Tat verhindert.
Comprehension Quiz
Was wählt der Mann statt seines Lohns?
Warum bleibt der Mann auf der alten Straße?
Wer ist der junge Mann bei seiner Frau?
Was findet die Familie im Brot?
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