Atlas Runa
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About this story

Atlas Runa adapted the Arthurian legend Sir Gawain and the Green Knight into German for language learners.

Sir Gawain and the Green Knight

Sir Gawain and the Green Knight — watercolor illustration of Sir Gawain kneeling inside a wild green chapel as the enormous Green Knight raises an axe above him.

Sir Gawain und der Grüne Ritter

Am Neujahrstag feierte König Arthur mit seinen Rittern in Camelot. Mitten im Fest ritt ein riesiger Fremder in den Saal. Seine Kleidung, sein Haar und sogar sein Pferd waren grün. In einer Hand hielt er einen Zweig, in der anderen eine schwere Axt.
Der Grüne Ritter verlangte keinen Kampf. Stattdessen schlug er ein gefährliches Spiel vor. Ein Ritter aus Arthurs Hof durfte ihn sofort einmal mit der Axt schlagen. Dafür musste dieser Mann versprechen, nach einem Jahr zur Grünen Kapelle zu kommen. Dort würde der Fremde ihm genau einen Schlag zurückgeben.
Als niemand antwortete, wollte Arthur selbst die Herausforderung annehmen. Doch sein Neffe Gawain trat vor. „Mein König soll sein Leben nicht für dieses Spiel riskieren“, sagte er. „Gebt mir die Axt.“
Gawain schwor, die Abmachung einzuhalten. Dann schlug er dem Grünen Ritter den Kopf ab. Aber der Fremde fiel nicht tot um. Er hob seinen Kopf vom Boden auf, stieg wieder auf sein Pferd und erinnerte Gawain an sein Versprechen. Dann ritt er aus dem Saal.
Fast ein Jahr später machte sich Gawain auf die Suche nach der Grünen Kapelle. Kurz vor Neujahr fand er im Wald ein Schloss. Der Herr des Schlosses nahm ihn freundlich auf und erklärte, die Kapelle sei nicht weit entfernt.
Bevor der Hausherr zur Jagd ging, machte er Gawain ein Angebot: Alles, was er draußen gewann, wollte er Gawain geben. Dafür sollte Gawain ihm am Abend alles geben, was er im Schloss bekam.
Dreimal besuchte die Dame des Hauses Gawain. Er wies ihre Liebe höflich zurück, nahm aber ihre Küsse an und gab sie abends wie versprochen an den Hausherrn weiter. Am dritten Tag bot die Dame ihm außerdem einen grünen Gürtel an. Sie behauptete, sein Träger könne nicht verletzt werden.
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Gawain dachte an die Axt und bekam Angst. Er nahm den Gürtel, versprach der Dame jedoch, ihn geheim zu halten. Am Abend gab er dem Hausherrn ihre drei Küsse, verschwieg aber den Gürtel. Damit hatte er die Abmachung nicht vollständig erfüllt.
Am nächsten Morgen erreichte Gawain die Grüne Kapelle. Der Grüne Ritter hob seine Axt. Beim ersten Schlag zuckte Gawain zurück. Beim zweiten blieb er still, doch die Axt traf ihn nicht. Beim dritten streifte sie nur seinen Hals und hinterließ einen kleinen Schnitt.
Nun zog Gawain sein Schwert. „Ein Schlag war vereinbart“, sagte er. „Mehr nehme ich nicht an.“
Der Grüne Ritter lachte und gab sich als Herr des Schlosses zu erkennen. Die ersten beiden Bewegungen der Axt hatten den ersten beiden Tagen entsprochen, an denen Gawain ehrlich gewesen war. Der kleine Schnitt war die Antwort auf den dritten Tag: Gawain hatte den Gürtel aus Angst um sein Leben verborgen.
Beschämt gestand Gawain seinen Fehler. Der Ritter erklärte, er habe die Prüfung im Wesentlichen bestanden, denn er war mutig gekommen und hatte die Wahrheit nicht weiter geleugnet. Er gab ihm den Gürtel als Erinnerung zurück.
Gawain kehrte nach Camelot zurück. Dort erzählte er nicht nur von seinem Mut, sondern auch offen von seiner Angst und seinem Fehler. So lernte er, dass wahre Ehre mehr verlangt als Tapferkeit: Ein ehrenhafter Mensch muss auch ehrlich sein, gerade wenn er sich fürchtet.

Comprehension Quiz

What promise does Gawain make after striking the Green Knight?

What does Gawain hide from the lord of the castle?

Why does the third ax movement leave a small cut?

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