Die beiden Buckligen
In einem Dorf lebte ein freundlicher Mann mit einem Buckel auf dem Rücken. Die Leute kannten ihn als einen ruhigen Nachbarn, der gern lachte und anderen half. Eines Tages ging er durch den Wald, um Holz zu sammeln. Dabei verlor er den Weg.
Als es dunkel wurde, suchte er einen sicheren Schlafplatz. Zwischen den Bäumen fand er eine kleine Lichtung. Plötzlich hörte er Musik. Seltsame Gestalten kamen aus dem Wald und begannen im Kreis zu tanzen. Der Mann wusste nicht, ob es Geister oder andere übernatürliche Wesen waren.
Die Musik war so fröhlich, dass er seine Angst vergaß. Er trat aus seinem Versteck und tanzte mit ihnen. Obwohl sein Rücken ihm das Tanzen schwer machte, bewegte er sich mit Freude. Er lächelte die anderen an und sang zu ihrer Musik.
Die Tänzer mochten ihren neuen Gast. „Komm morgen wieder“, sagten sie. „Damit du dein Versprechen nicht vergisst, behalten wir etwas von dir.“
Einer berührte seinen Rücken. Plötzlich war der Buckel verschwunden. Der Mann stand gerade und fühlte sich leicht. Glücklich kehrte er am Morgen ins Dorf zurück.
Seine Freunde erkannten ihn zuerst kaum. Als er ihnen zeigte, wie frei er sich bewegen konnte, freuten sie sich mit ihm. Er erzählte, dass er die seltsamen Tänzer weder um Hilfe noch um eine Heilung gebeten hatte. Er hatte nur ihre Musik gehört und gern mit ihnen gefeiert.
Sein Nachbar hatte ebenfalls einen Buckel. Dieser Nachbar war oft unfreundlich und dachte zuerst an seinen eigenen Vorteil. Als er die Veränderung sah, wollte er sofort wissen, wie sie geschehen war. Der freundliche Mann erzählte ehrlich von der Lichtung und den Tänzern.
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Noch am selben Abend ging der Nachbar in den Wald. Er fand die Lichtung und wartete auf die Musik. Als die Gestalten erschienen, lief er mitten in ihren Kreis. Er verlangte, dass sie seinen Buckel fortnahmen.
Die Gestalten wunderten sich über seine laute Forderung. Sie hatten ihn nicht eingeladen und kannten ihn nicht. Trotzdem gaben sie ihm eine Gelegenheit, am Fest teilzunehmen.
„Zuerst wird getanzt“, antworteten sie.
Der Nachbar tanzte ohne Freude. Er stieß andere zur Seite, beschwerte sich über die Musik und forderte immer wieder seine Belohnung. Bald wollten die Tänzer ihn nur noch loswerden.
„Wir haben noch ein Pfand vom letzten Gast“, sagte einer. „Du kannst es mitnehmen.“
Sie setzten den Buckel des freundlichen Mannes neben den Buckel des Nachbarn. Nun trug er zwei. Wütend lief er nach Hause. Der erste Mann blieb gesund, denn er hatte am Fest teilgenommen, ohne eine Belohnung zu verlangen. Der Nachbar aber hatte nur an den möglichen Gewinn gedacht und das Fest selbst nicht geachtet.
Comprehension Quiz
Warum tanzt der freundliche Mann mit den Gestalten?
Was nehmen die Tänzer dem freundlichen Mann ab?
Warum bekommt der Nachbar zwei Buckel?
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