Der Fischer und seine Frau
Ein armer Fischer lebte mit seiner Frau in einer alten Hütte am Meer. Jeden Morgen ging er angeln. Eines Tages fing er einen großen, glänzenden Fisch. Zu seiner Überraschung sprach der Fisch mit ihm.
„Bitte lass mich frei“, sagte er. „Ich bin ein verzauberter Prinz. Wenn du mich freilässt, erfülle ich dir einen Wunsch.“
Der Fischer wollte nichts haben. Er setzte den Fisch zurück ins Wasser und ging nach Hause.
Als seine Frau davon hörte, wurde sie ärgerlich. „Unsere Hütte ist kalt und klein. Geh zurück und wünsche dir ein schönes Haus!“
Der Fischer ging ans Meer. Das Wasser war ruhig, aber nicht mehr ganz klar. Er rief den Fisch und bat um ein Haus. Als er zurückkam, stand an der Stelle der Hütte ein gemütliches Haus mit einem Garten.
Seine Frau führte ihn durch die hellen Zimmer. In der Küche standen genug Lebensmittel, und hinter dem Haus liefen Hühner. Der Fischer freute sich. Für ihn war das neue Zuhause mehr als genug.
Einige Tage war seine Frau zufrieden. Dann sagte sie: „Dieses Haus ist zu klein. Ich will in einem Schloss wohnen.“
Der Fischer wollte nicht wieder fragen, doch seine Frau schickte ihn zum Meer. Das Wasser war grau und unruhig. Der Fisch erfüllte auch diesen Wunsch.
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Bald wollte die Frau nicht nur ein Schloss. Zuerst wollte sie als Königin über ein Land herrschen. Als Diener und Soldaten vor ihr standen, fragte der Fischer: „Bist du jetzt zufrieden?“ Doch sie sah andere Länder auf einer Karte und wollte Kaiserin sein. Wenig später verlangte sie sogar, die mächtigste Person der Kirche zu werden.
Mit jedem Wunsch wurde das Meer dunkler. Der Wind wurde stärker, und hohe Wellen schlugen gegen das Land. Auch die Frau veränderte sich. Je mehr Macht sie bekam, desto weniger konnte sie sich darüber freuen.
Der Fischer hatte jedes Mal mehr Angst. Trotzdem ging er immer zurück, weil seine Frau keine Ruhe gab. Der Fisch erfüllte alle Wünsche, aber er sprach immer weniger.
Eines Nachts konnte die Frau nicht schlafen. Sie sah den Mond durch das Fenster und sagte: „Ich will über Sonne und Mond bestimmen. Alles am Himmel soll mir gehorchen.“
Draußen tobte ein schwerer Sturm. Der Fischer ging zum schwarzen Meer und rief den Fisch. Kaum hatte er den letzten Wunsch ausgesprochen, sagte der Fisch: „Geh nach Hause.“
Der Fischer kehrte zurück. Das Schloss war verschwunden. Seine Frau saß wieder in der alten Hütte. Alle früheren Geschenke waren fort. Langsam wurde das Meer ruhig, und der magische Fisch erschien nie wieder.
Comprehension Quiz
Was bietet der verzauberte Fisch dem Fischer an?
Wie verändert sich das Meer mit jedem Wunsch?
Was geschieht nach dem letzten Wunsch?
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