Atlas Runa
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Beginner German Stories

Der Hase und die Schildkröte

In einem großen, grünen Wald leben viele Tiere. Es gibt Vögel, Hasen, Füchse… und auch eine Schildkröte und einen Hasen. Der Hase heißt Lina. Die Schildkröte heißt Timo.

Lina ist sehr schnell. Sie läuft auf den Wegen, springt zwischen den Blumen und ist überall in einer Minute. Alle Tiere sagen: —Schau Lina an! Sie ist die Schnellste im Wald!

Timo ist sehr langsam. Er geht langsam. Seine Beine sind kurz und auf dem Rücken hat er einen harten Panzer. Er rennt nicht. Er springt nicht. Aber jeden Tag geht er ein Stück, und er hält nicht ohne Grund an.

An einem sonnigen Morgen sieht Lina Timo am Fluss. Timo trinkt langsam Wasser. Lina lacht laut. —Ha ha! Timo, du kannst nicht laufen. Ich bin schnell. Du bist langsam. Warum gehst du so viel?

Timo hebt den Kopf und sieht Lina ruhig an. —Ich kann lange gehen —sagt er—. Eines Tages will ich mit dir laufen. Wir machen ein Rennen.

Lina glaubt ihren Ohren nicht. —Ein Rennen? Mit mir? Gut! Ich gewinne in zwei Minuten.

Die anderen Tiere hören das Gespräch. Ein Kaninchen, ein Vogel und ein Fuchs kommen zum Zuschauen. Das Kaninchen markiert eine Linie auf dem Weg mit einem Stein. —Hier beginnt das Rennen —sagt das Kaninchen—. Am Ende des großen Weges, nahe dem Hügel, steht ein hoher Baum. Dieser Baum ist das Ziel.

Lina stellt sich auf die Linie. Timo auch. Der Vogel ruft: —Eins, zwei, drei… los!

Lina läuft schnell auf dem Weg. Der Wind berührt ihre Ohren. Bald sieht sie Timo nicht mehr. Sie sieht nur Blumen, Steine und die Sonne. —Das ist leicht —denkt Lina—. Timo ist sehr weit. Ich kann ruhen.

Lina geht vom Weg und setzt sich unter einen großen Baum. Sie frisst frisches Gras. Sie trinkt etwas Wasser aus einem Bach. Dann streckt sie sich und schließt die Augen. —Nur eine Minute —murmelt sie—. Nur ein bisschen Schlaf.

Bald schläft Lina. Sie träumt, dass sie das Rennen wieder und wieder gewinnt. Während sie schläft, wandert die Sonne am Himmel.

Timo geht langsam auf dem Weg. Ein Schritt. Noch ein Schritt. Noch ein Schritt. Er schaut nicht zurück. Er ärgert sich nicht. Er lacht nicht. Er geht einfach. —Langsam ist gut, wenn ich nicht anhalte —sagt er leise.

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Ein Vogel fliegt nahe an Timo vorbei. —Willst du Hilfe? —fragt der Vogel. —Nein, danke —antwortet Timo—. Ich kann das.

Das Kaninchen kommt auf dem Weg und sieht Timo. —Los, Timo! —sagt es.

Timo nickt und geht weiter. Er passiert den Fluss. Er passiert die Blumen. Er passiert den großen Stein. Der Weg ist lang, aber Timo hält nicht an.

Unter dem Baum schläft Lina lange. Ein Geräusch weckt sie: der Fuchs geht vorbei. —Was ist los? —fragt Lina mit halb offenen Augen. —Das Rennen —sagt der Fuchs—. Timo ist schon nah am Ziel.

Lina springt auf. Sie hat Angst zu verlieren. Sie läuft wieder, sehr schnell, auf dem Weg. Ihre Beine schlagen fest auf die Erde. Sie läuft, läuft, läuft.

Aber als sie nahe am hohen Baum ankommt, sieht sie Timo. Timo setzt einen Fuß auf die Ziellinie. Dann den anderen. Der Vogel ruft: —Timo gewinnt!

Die Tiere sind einen Moment still. Dann klatscht das Kaninchen mit den Pfoten. —Timo gewinnt das Rennen!

Lina hält an. Sie atmet schwer. Sie sieht Timo an. Timo atmet ruhig. Er spricht nicht viel. Er lächelt ein wenig und setzt sich in den Schatten des Baumes.

Lina setzt sich auch, etwas entfernt. —Heute schlafe ich nicht bei einem Rennen —sagt sie am Ende, fast leise.

Timo sieht den langen Weg hinter ihnen. Die Sonne ist jetzt sanft. Der Wald ist still. Timo steht langsam auf und geht weiter, langsam, zum Fluss. Lina bleibt eine Weile unter dem Baum, und zum ersten Mal lacht sie nicht.